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HIV Fragen und Antworten

Doppelinfektion (Koinfektion) mit HIV und Hepatitis-C-Viren
Die richtige Ernährung bei HIV-Infektion
Altern mit HIV

Diese Seite ist für Sie gemacht und lebt von Ihren Anregungen! Gerne greifen wir auch Ihren Vorschlag zur Erweiterung der Themenbereiche auf. Wir freuen uns über Anregungen unter smartkontakt@europa-apotheek.com.

 

Doppelinfektion (Koinfektion) mit HIV und Hepatitis-C-Viren

In den letzten Jahren hat sowohl die Therapie der HIV-Infektion als auch die Therapie der Hepatitis-C erhebliche Fortschritte gemacht. Eine HIV-Infektion ist heute mit der modernen antiretroviralen Therapie (ART) zu einer gut behandelbaren Erkrankung geworden, eine Infektion mit Hepatitis-C ist dank der neuen Arzneistoffe sogar heilbar. Bei beiden Erkrankungen gibt es jedoch auch hohe Dunkelziffern. Das Robert Koch Institut gibt für das Jahr 2014 eine geschätzte Anzahl von 85.000 HIV-positiven Menschen an. Aktuell werden in Deutschland pro Jahr 3500 neuen HIV-Diagnosen gestellt. Bei der Hepatitis-C Infektion sind die Zahlen wesentlich höher. Bei 15 % der HIV-Positiven findet sich zusätzlich zu der HIV-Infektion eine Hepatitis-C–Infektion, dieses betrifft ca. 10.000 HIV-positive Menschen.

 

Eine HIV-Hepatitis-Koinfektion senkt die Lebenserwartung

Durch die anti-retrovirale-Therapie hat sich die Lebenserwartung der mit HIV infizierten Patienten deutlich erhöht, trotzdem sind viral verursachte Lebererkrankungen eine der Hauptursachen für die Todesfälle in dieser Patientengruppe, die nicht auf die HIV-Infektion zurückgehen. Der HI-Virus schwächt das Immunsystem und dadurch schreitet die Hepatitis-C-Infektion bei einem HIV-Positiven wesentlich schneller voran als bei einem HIV-Negativen Je weiter die Immunsuppression durch die HI-Viren fortschreitet, desto mehr wird dadurch das Fortschreiten der Hepatitis-C Infektion begünstigt. In vielen Fällen bleibt die chronische Hepatitis-C Infektion latent, d.h. sie kann über Jahrzehnte bestehen, ohne dass Symptome oder Erkrankungserscheinungen auftreten. Betrachtet man die Zeit, die im Mittel vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten von Leberversagen oder auch von Leberzellkrebs vergeht, so beträgt dies bei einer alleinigen Hepatitis-C-Infektion ca. 30-40 Jahre, bei eine Koinfektion HIV und Hepatitis-C beträgt diese Zeit jedoch nur ca. 10-20 Jahre.

 

Ist Vorbeugung möglich?

Menschen, die sowohl mit HIV als auch mit Hepatitis-C Viren infiziert sind, weisen ein erhöhtes Risiko für eine Leberzirrhose auf. Deshalb sollte sich jeder HIV-Positive auf Hepatitis B und C Viren testen und sich nötigenfalls entsprechend therapieren lassen. Ein Patient mit einer chronischen Virushepatitis B oder C sollte auf Alkoholkonsum weitgehend verzichten, da regelmäßiger Alkoholkonsum auch in geringen Mengen zu einem rascheren Fortschreiten der Lebererkrankung führt.

 

Tipps zur Vermeidung einer Koinfektion:

Genau wie das HI-Virus kann die virale Hepatitis durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder unsaubere Injektionsnadeln übertragen werden. Außerdem sollte man immer darauf achten, keine Gegenstände von anderen Menschen zu nutzen, an denen Blut haften kann, zum Beispiel Zahnbürsten, Rasierklingen oder Injektionsnadeln. Achten Sie bei Tattoos und Piercings darauf, dass das von Ihnen gewählte Studio alle Hygienevorschriften einhält

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für HIV-Positive Schutzimpfungen gegen Hepatitis A und B. Gegen Hepatitis-C gibt es zurzeit noch keinen Impfstoff.

 

Tests und Behandlung

Die Hepatitis-C-Viren können durch Bluttests nachgewiesen werden, sogar dann, wenn sich noch keine Symptome zeigen. Mit den modernen Arzneimitteln ist eine Hepatitis-C- Infektion zu einer heilbaren Erkrankung geworden.

Koinfektionen von HIV- und Hepatitis-Viren machen die Therapie von HIV zwar komplizierter, sie können aber trotzdem effektiv behandelt werden. Unter einer ART verbessert sich der Immunstatus und dadurch verlangsamt sich auch das Fortschreiten der Hepatitis-C-Infektion. Ein früher Beginn der ART ist auch bei einer Konfektion von HIV mit Hepatitis-C wichtig. Zu Bedenken ist hier, dass die lebertoxischen Nebenwirkungen der ART durch die Medikamente, die zur Therapie der Hepatitis-C eingesetzt werden, verstärkt werden können. Daher ist hier ein besonderes Augenmerk auf die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Therapien zu richten. Es empfiehlt sich, einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen, die ausreichende Erfahrung mit der Therapie sowohl einer HIV-Infektion wie einer viralen Hepatitis haben.

 

Die richtige Ernährung bei HIV-Infektion

Für Menschen, die mit HIV infiziert sind, ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende und ausgewogene Ernährung Wert zu legen, denn ein HIV-positiver Mensch wird nicht nur durch das HI-Virus und seine Folgen belastet, sondern auch durch die anti-retrovirale Behandlung. So kann ein HIV-positiver zum Beispiel einen deutlichen Gewichtsverlust erfahren oder durch Infektionen, Durchfall oder Erbrechen geschwächt werden. Das alles sollte durch eine entsprechende Nahrungsaufnahme vermieden oder ausgeglichen werden.

Eine ausgewogene Ernährung

  • verbessert Ihren Gesundheitszustand,
  • stärkt Ihr Immunsystem und
  • hilft, den optimalen BMI zu halten.

Die richtige Ernährung kann auch dazu beitragen, dass Sie sich besser fühlen und Ihr Immunsystem gestärkt wird.

 

Basis einer gesunden Ernährung bei HIV-Positiven
Die Basis für eine gesunde Ernährung setzt sich folgendermaßen zusammen:
  • Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte,
  • Fettarme Proteinquellen (zum Beispiel Magerquark, geröstete Sojakerne), lediglich 30 % der täglichen Kalorien sollten aus Fett stammen
  • Reduzieren Sie zuckerreiche Lebensmittel und Getränke,
  • Folgende tägliche Kalorienaufnahmen können als Richtwerte gelten:
    35 Kalorien pro kg Körpergewicht, um das Gewicht zu halten,
    40 Kalorien pro kg Körpergewicht, wenn Sie eine opportunistische
    Infektion haben,
    50 Kalorien pro kg Körpergewicht, wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren
Besondere Bedeutungen für HIV-positive Menschen haben folgende Themen:
  • Übelkeit und Erbrechen als Arzneimittelnebenwirkungen
  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
  • Interaktionen zwischen HIV-Arzneimitteln und Nahrungsmitteln

 

Übelkeit und Erbrechen als Arzneimittelnebenwirkungen bei HIV-Infektionen
Übelkeit und Erbrechen treten häufig als Nebenwirkung vieler anti-retroviralen Arzneistoffe auf. Sie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und verschwinden in vielen Fällen mit der Zeit auch wieder.
Wenn Sie sich unwohl fühlen oder Sie sich sogar übergeben müssen, können folgende Tipps für Sie hilfreich sein
(wenn die Ursache der Übelkeit medizinisch abgeklärt ist):
  • Vermeiden Sie fette oder stark gewürzte Speisen und rohes Gemüse.
  • Verzichten Sie auch auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke.
  • Halten Sie sich an geschmacksneutrale Grundnahrungsmittel wie Reis, Brot, Kartoffeln.
  • Essen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen und nicht wenige große.
  • Günstig sind salzige Speisen für zwischendurch, wie Cracker oder dünne Suppen.
  • Trinken Sie ausreichend; Kräutertees, gerne mit Ingwer, Minze oder Fenchel, sie beruhigen den Magen.

 

Durchfall (Diarrhoe) bei HIV-Infizierten
Auch Durchfall kann eine Nebenwirkung der anti-retroviralen Medikamente sein. Folgende Tipps können hilfreich sein (wenn die Ursache des Durchfalls medizinisch abgeklärt ist):
  • Trinken Sie mehr als üblich, zum Beispiel verdünnte Säfte oder isotonische Getränke, die Ihren Salzverlust ausgleichen.
  • Trinken Sie weniger Milch, zuckerhaltige oder koffeinhaltige Getränke.
  • Vermeiden Sie fettreiche Nahrungsmittel.
  • Versuchen Sie kurzzeitig die BRAT-Diät (Bananen, Reis, Äpfel und Toast).

 

Unbeabsichtigter Gewichtsverlust bei HIV-Infizierten
Gewichtsverlust kann eine sehr ernste Angelegenheit für HIV-positive Menschen sein, besonders wenn sie einen niedrigen Titer an CD4-Zellen haben oder wenn sich durch das Virus Krankheitssymptome zeigen. Ein regelmäßiger Gang auf die Waage kann hier Gewissheit schaffen.

Normalerweise verliert ein Patient mit einer HIV-Infektion nicht spontan Gewicht, wenn kein medizinisches Problem vorliegt. Bemerkt man einen ungewöhnlichen Gewichtsverlust, so müssen zuerst die möglichen medizinischen Ursachen analysiert werden. Gewichtsverlust kann zum Beispiel ein Warnsignal für das Vorhandensein einer zweiten Infektion oder einer Depression sein. Er ist häufig bereits bemerkbar, bevor andere spezifischere Symptome offensichtlich werden. Auch Kau- und Schluckbeschwerden sind ein häufiger Grund für Gewichtsabnahme. Hinzu kommt, dass der Grundumsatz der Patienten in späteren Stadien der Erkrankung durch Infektionen oder Fieber erhöht ist. In diesem Fall nimmt der Patient trotz gleichbleibender Kalorienaufnahme nach und nach ab.

  • Nehmen Sie mehr Proteine, Kohlenhydrate und Fette mit Ihrer Nahrung auf.
    Richtwert: 50 Kalorien pro kg Körpergewicht und Tag.
  • Leicht konsumierbare, energiereiche Snacks, wie Schokoriegel, Sahne-Joghurts, Smoothies, Müsli etc., versorgen Sie schnell mit Kalorien.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten oder Snacks während des Tages fallen Ihnen vielleicht leichter als drei Hauptmahlzeiten.
  • Haben Sie nach Möglichkeit immer einen ausreichenden Vorrat Ihrer Lieblingslebensmittel im Hause, damit Sie sofort etwas zu essen haben, sobald Sie das Bedürfnis verspüren.

 

Interaktionen zwischen HIV-Arzneimitteln und Nahrungsmitteln
Wenn Sie ein Medikament verschrieben bekommen, fragen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Apotheker, ob bei der Einnahme in Zusammenhang mit Lebensmitteln etwas zu beachten ist.

Grapefruitsaft
Grapefruitsaft enthält Inhaltsstoffe, die den Abbau der antiretroviralen Arzneistoffe beeinflussen können. Besprechen Sie mögliche Wechselwirkungen mit Ihrer Therapie mit Ihrem Arzt oder Apotheker oder verzichten Sie am besten ganz auf Grapefruitsaft.

 

Altern mit HIV

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ist bedingt durch den Anstieg des Lebensstandards, eine gesündere Lebensweise, eine bessere Bildung sowie durch Fortschritte im Gesundheitswesen und in der Medizin in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Aufgrund der Fortschritte in der HIV-Therapie haben HIV-Positive eine vergleichbare Lebenserwartung wie Nicht-HIV-Positive. So gibt es inzwischen immer mehr HIV-infizierte Menschen im Alter von 50 Jahren und älter. Neben der Therapie beim HIV-Spezialisten gibt es jetzt auch Besuche beim Facharzt (Kardiologe, Diabetologe), der sich jedoch nicht zwingend mit der HIV-Therapie auskennt. Der HIV-Schwerpunktarzt hingegen kennt sich möglicherweise nicht so gut mit den „Alterserkrankungen“ aus.

Welche Bedeutung hat die HIV-Infektion für den Alterungsprozess?

Bei den meisten Menschen werden mit zunehmendem Alter auch altersbedingte Beschwerden und Erkrankungen häufiger: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Krebs, Nierenerkrankungen und auch psychische Probleme, wie Depressionen. Das ist bei HIV-Patienten nicht anders. Der Unterschied ist nur, dass diese Erkrankungen bei Menschen mit HIV häufiger und mitunter auch früher als erwartet auftreten.

Mit steigendem Lebensalter kommen neue Herausforderungen auf HIV-Patienten zu:

  • Das HI-Virus kann altersbedingte Erkrankungen beschleunigen und verschlimmern.
  • Die Medikamente, die gegen eine HIV-Infektion eingesetzt werden und die Medikamente gegen altersbedingte Erkrankungen können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen.
  • Altersbedingte Erkrankungen können es HIV-Infizierten erschweren, ihre anti-retrovirale Therapie einzuhalten.

Die entscheidenden Fragen lauten also: Welche Ursache hat das? Wie können HIV-Positive über 50 und ihre Ärzte damit umgehen?

 

Warum haben Menschen mit einer HIV-Infektion häufiger und früher Alterserkrankungen?

Eine der Erklärungen für das häufigere Auftreten der Alterserkrankungen bei HIV-Positiven ist, dass das HI-Virus das Immunsystem nicht nur angreift, sondern auch aktiviert. Das veranlasst den Organismus, große Mengen an entzündungsfördernden Substanzen auszuschütten, wie zum Beispiel Zytokine. Diese rufen im Körper eine chronische Entzündung hervor, was bestimmte Alterserkrankungen, wie zum Beispiel Osteoporose oder Herz- und Gefäß-Erkrankungen begünstigt.

Im Folgenden informieren wir Sie über einige der altersbedingten Erkrankungen, von denen HIV-positive Menschen im Alter betroffen sein können und geben Ihnen Tipps zum Umgang mit ihnen.

 

Krebs

Es ist noch nicht abschließend geklärt, warum HIV-positive Menschen anfälliger für manche Krebsarten sind als Nicht-HIV-Positive. Die wahrscheinlichste Ursache ist auch hier die durch den HI-Virus beeinträchtigte Immunabwehr.

Die oben bereits erwähnten entzündungsauslösenden Botenstoffe, die Zytokine, stören zudem den Reparaturstoffwechsel der Zellen und begünstigen so die Tumorentstehung.

HIV-infizierte Menschen haben ein erhöhtes Risiko, mit zunehmendem Alter an bestimmten Krebsarten zu erkranken, zum Beispiel am Non-Hodgkin-Lymphom, einer bösartigen Erkrankung des lymphatischen Systems oder am Kaposi-Sarkom, einem bösartigen Tumor, der vor allem auf der Haut oder den Schleimhäuten zu finden ist, aber auch innere Organe betreffen kann.

Ebenso gibt es Krebsarten, die nicht durch das HI-Virus verursacht sind, aber dennoch häufiger auftreten als bei Nicht-HIV-positiven Menschen. Dazu gehören:

  • Analkrebs
  • Leberkrebs
  • Hodgkin-Lymphom (eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems)
  • Lungenkrebs

Tipps:

  • Halten Sie sich an die Empfehlungen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung, wie beispielsweise die Darmspiegelung und der anale PAP-Abstrich, zur frühzeitigen Erkennung von Krebsvorstufen
  • Der Alkohol- und Zigarettenkonsum sollte, wenn möglich, reduziert werden
  • Regelmäßige moderate Bewegung stärkt das Immunsystem.

 

Herzerkrankungen

Ältere HIV-Positive weisen ein größeres Risiko für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf als gleichalte HIV-negative Menschen. Mögliche Ursachen hierfür sind zum einen die durch die HIV-Infektion bedingte chronische Entzündung und zum anderen auch die Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie (ART). Hier stehen besonders die Fettstoffwechselstörungen die bei Patienten auftreten können, die mit nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) behandelt werden, im Vordergrund.

Tipps:

  • Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel sollten reduziert oder besser noch vermieden werden
  • Ein für das Alter normaler BMI sollte angestrebt oder gehalten werden (bei normaler BMI)
    Dieser berechnet sich wie folgt:
    BMI = Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m)²
  • Moderater, aber regelmäßiger Sport (viermal pro Woche 20 Minuten) gilt bereits als hilfreich.

 

Osteoporose

Bei Patienten mit HIV kann ein Knochenschwund (Osteoporose) oder eine reduzierte Knochendichte (Osteopenie) durch das HI-Virus selbst oder auch durch eine anti-retrovirale Therapie mit einem Protease-Inhibitor ausgelöst werden. Beide Faktoren zusammen führen bei HIV-infizierten Menschen häufiger zu Knochenbrüchen. Osteoporosebedingte Knochenbrüche treten häufig im Bereich des Oberschenkelhalsknochens auf, jedoch kann auch die Wirbelsäule betroffen sein.

Tipps:

  • Frauen nach der Menopause oder Männer über 50 sollten ihren Arzt auf DEXA-Scans (Messungen der Knochendichte) ansprechen.
  • Eventuell rät der Arzt, für die Knochengesundheit Vitamin D oder Kalzium einzunehmen. Hier sind mögliche Wechselwirkungen der antiretroviralen Arzneistoffe mit den Mineralstoffpräparaten zu beachten. Ansprechpartner vor der Einnahme zu diesen Wechselwirkungen sind der behandelnde Arzt oder der Apotheker.
  • Bei einer zu geringen Knochendichte oder Knochenschwund ist eine Sturzprophylaxe wichtig.
    • Vermeiden oder beseitigen Sie sturzgefährdende Stellen: Teppichläufer, Kabel, rutschige Böden (Bad, Treppe).
    • Versuchen Sie Übungen zur Besserung des Gleichgewichts (Tai Chi, Gymnastik)
    • Informieren Sie sich über eine Osteoporose-Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe
    • Beobachten Sie, ob Ihre Medikamente (zum Beispiel gegen HIV, Bluthochdruck, Depression) zu Schwindel führen und besprechen Sie diese Beobachtung mit Ihrem Arzt

 

Depression

Eine chronische Erkrankung stellt eine große Belastung für den Patienten dar. Depressionen kommen bei HIV-positiven Menschen häufiger vor als bei Nicht-HIV-Positiven. So leiden in Deutschland 2-3-mal mehr Menschen mit HIV an Depressionen als die Allgemeinbevölkerung. Depressionen führen vielfach nicht nur zu einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, vor allem aber zu sozialer Isolation mit all ihren negativen Auswirkungen.

Tipps:

  • Wer sich niedergeschlagen, traurig und antriebslos fühlt (zwei Wochen oder länger), sollte das nicht einfach hinnehmen! Auch wenn es schwer fällt, sollte der /die Betreffende sich unbedingt an den Arzt wenden, denn Depressionen sind behandelbar!
  • Depressionen können sowohl alleine mit Pharmaka als auch mit einer Gesprächstherapie (zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie) behandelt werden. Gemeinsam mit Ihrem Arzt finden Sie die für Sie richtige individuelle Lösung.
  • Bei depressiven Verstimmungen kann auch regelmäßige Bewegung im Freien hilfreich sein.
  • Als Naturheilmittel gegen Depressionen werden oft Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakt empfohlen. Diese können jedoch den Blutspiegel von zum Beispiel von Protease-Hemmern senken und somit deren Wirksamkeit vermindern. Deshalb sollten Sie die Einnahme unbedingt vorher mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.

 

Andere Erkrankungen

Einige HIV-Medikamente führen zum Beispiel zu einer Belastung von Leber oder Nieren. Darüber hinaus können sie Neuropathien (eine Erkrankung der peripheren Nerven) oder eine Insulinresistenz (eine Störung im Zuckerstoffwechsel, die zu Diabetes führen kann) – auslösen und überlappen sich so mit alterstypischen Erkrankungen. Fehl- und Mangelernährung, sowie eine verminderte Flüssigkeitsaufnahme können die Probleme noch zusätzlich verschlimmern.

Tipps:

  • Die Einnahmevorschriften der einzelnen Arzneimittel sind zu beachten und ohne ärztliche Rücksprache sollte die Medikation nicht verändert werden.
  • Bei auftretenden Nebenwirkungen sollte der Arzt darüber informiert werden. Wichtig ist es, den Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren.

 

Thema Polymedikation – die Einnahme einer Vielzahl von Medikamenten in Kombination

Mit zunehmendem Alter steigt in den meisten Fällen auch die Anzahl der einzunehmenden Medikamente. Bei HIV-positiven Menschen kommen die Medikamente gegen das HI-Virus hinzu und eventuell Medikamente gegen deren Nebenwirkungen.

Tipps:

  • Sinnvoll ist es, eine Liste mit allen HIV-Medikamenten und sonstigen Medikamenten zu führen. Hier sollten auch rezeptfreie Präparate, pflanzliche Arzneimittel, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel etc. nicht vergessen werden.
  • Arzt und Apotheker informieren über mögliche Wechselwirkungen.
  • In diesem Zusammenhang bietet die Europa Apotheek einen besonderen Service an: einfach den Fragebogen zu der aktuellen Medikation ausfüllen und auf Wechselwirkungen prüfen lassen oder anrufen auf der Hotline 08000-200 800 3074 (Montag bis Freitag von 9-18 Uhr und Samstag von 9-16 Uhr, kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilnetzt). Die Beratung erfolgt schriftlich oder telefonisch. Jede weitere Bestellung wird automatisch auf Wechselwirkungen geprüft. So sind Sie immer auf der sicheren Seite.
  • Wenn Ihnen die Einnahme der vielen Medikamente Probleme bereitet, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie jedoch keinesfalls verschriebene Arzneimittel ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab!