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HIV Forschung

HIV-Therapie: Heilung in Aussicht

Mit einer Schere kann man den HI-Virus aus infizierten Körperzellen schneiden? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber genau das ist deutschen Wissenschaftlern gelungen. Sie haben damit einen Durchbruch im Kampf gegen HIV und AIDS geschafft. Die Europa Apotheek fasst die wichtigsten Fakten zur neuen HIV-Therapie zusammen:

 

Wie funktioniert die neue Gentherapie?

Die Forscher nutzen dazu das Prinzip der Rekombinase. Dabei handelt es sich um Enzyme, wie sie auch in Bakterien zu finden sind. In der Natur haben diese Enzyme die Aufgabe, Sequenzen im Erbgut zu spalten und neu zu verknüpfen, um zum Beispiel mutierte DNA zu reparieren. Ein speziell präpariertes Enzym, Brec1 genannt, wird mit Hilfe eines harmlosen Trägervirus in die menschliche Zelle gelotst, erkennt dort das Erbgut des HI-Virus, kappt die Enden der fremden DNA-Sequenz und verbindet sie zu einem Ring. Die Körperzelle baut sie als Biomüll ab. Schon seit Jahren arbeiten Forscher daran, HIV-1 infizierte Zellen von viralem Erbgut zu befreien. Jetzt ist es gelungen, mehr als 90 Prozent des HIV-1-Erbguts aus dem menschlichen Erbgut herauszuschneiden, ohne die Wirtszelle dabei zu beschädigen.

 

Kann HIV bald geheilt werden?

Der Therapieansatz zielt auf jeden Fall genau darauf ab. Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Bisher gab es Zell-Experimente in der Petrischale und an Labormäusen, diese aber mit vielversprechenden Ergebnissen. Es wäre aber schon sehr viel gewonnen, so die Forscher, wenn HIV-Patienten dank der neuen Gentherapie keine antiviralen Medikamente mehr nehmen müssten.

 

Was passiert als nächstes?

In absehbarer Zeit wollen die Wissenschaftler vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg eine Studie mit Patienten starten. Den Probanden wird Blut abgenommen und daraus die blutbildenden Stammzellen gefiltert. In die DNA der Stammzellen schleusen die Mediziner die Enzym-Schere. Per Infusion erhält der Patient sein Blut zurück. Die genveränderten Zellen wandern zurück ins Knochenmark und bilden dort neue Zellen, die als Erbinformation jetzt auch die Enzymschere enthalten sowie ein Gen, das HI-Viren im Körper erkennen kann.

 

Wann kommt die genetische HIV-Therapie?

Wenn alles gut läuft, könnten Medikamente dafür in sieben bis acht Jahren zur Verfügung stehen, so die Prognose der Wissenschaftler aus Hamburg und der Uni Dresden. Bis dahin ist eine Reihe von klinischen Studien mit sehr viel mehr Patienten nötig. Erst wenn es klar ist, dass diese gentherapeutische Behandlung wirksam und gut verträglich ist, kann sie zugelassen werden und auf den Markt kommen.

 

Wie lässt sich HIV bis dahin behandeln?

Heute besteht die erfolgreiche Behandlung aus antiretroviralen Therapien – ART oder HAART – bei denen verschiedenen Medikamente kombiniert werden. Die Tabletten nimmt man lebenslang und erreicht damit, dass die Vermehrung des Virus im Körper unterdrückt wird. Es geht darum, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu bringen und dort zu halten.

Den Krankheitserreger wird man so zwar nicht los, kann aber mit einem so stabilisierten Immunsystem ein nahezu normales Leben führen.

Und: Wer der HIV-Therapie genau nach Plan folgt und wenn keine Viren im Blut nachzuweisen sind, geht das Risiko, andere anzustecken, gegen null. Absolute Gewissheit gibt es nicht. Deshalb sollte man auf Kondome unter einer HIV-Therapie nicht verzichten.

Bei Fragen rund um die HIV- Therapie hilft das smart-HIV-Team Betroffenen und Partnern diskret und unverbindlich. Kostenlose Hotline: 0800 200 800 307 (Montag-Samstag)